
Ein Handwerker, der seine Arbeiten online veröffentlichen möchte, steht vor einer leeren Seite, einem Hosting-Anbieter, den er nicht versteht, und einem WordPress-Theme, das nicht dem versprochenen Layout entspricht. Die Erstellung einer Website für Anfänger beginnt selten mit der Wahl des Werkzeugs: Sie beginnt mit einer konkreten Einschränkung, wie einem knappen Budget, einer kurzen Frist oder dem völligen Fehlen von Programmierkenntnissen.
Rechtliche Zugänglichkeit von Websites: die Einschränkung, die Anfänger ignorieren
Seit dem 28. Juni 2025 verpflichtet das European Accessibility Act eine große Anzahl von professionellen Websites, digitale Zugänglichkeitsstandards einzuhalten. In Frankreich regelt der RGAA (Référentiel Général d’Amélioration de l’Accessibilité) diese Verpflichtungen. Konkret muss eine heute erstellte Website die Zugänglichkeit bereits bei der Konzeption integrieren, nicht nachträglich.
Für einen Anfänger ändert sich die Situation beim Wählen eines Erstellungstools. Ein CMS wie WordPress bietet Themen, die den WCAG-Standards entsprechen, vorausgesetzt, man wählt ein geprüftes Theme. Online-Editoren (Wix, e-monsite) integrieren schrittweise Zugänglichkeitsprüfer in ihre Schnittstellen, aber die Rückmeldungen dazu variieren je nach aktivierten Funktionen.
Was sollte mindestens überprüft werden? Der Farbkontrast, die Navigation über die Tastatur, die Präsenz von alternativen Texten für jedes Bild und eine konsistente Überschriftenstruktur. Spezialisierte Unternehmen wie die auf igor-web.net aufgeführten unterstützen die Konformität bereits in der Entwurfsphase, was verhindert, dass man die gesamte Website sechs Monate später überarbeiten muss.

CMS oder Online-Editor: welches Erstellungstool je nach Ihrer Situation wählen
Man unterscheidet zwei große Familien von Werkzeugen. Die selbstgehosteten CMS (WordPress an erster Stelle) und die Online-Editoren (Wix, Squarespace, e-monsite). Die Wahl hängt von drei konkreten Faktoren ab: Ihrem Budget, der Zeit, die Sie jede Woche investieren können, und Ihrem Bedarf an Anpassung.
WordPress: flexibel, aber anspruchsvoll
WordPress betreibt einen signifikanten Anteil der Websites weltweit. Seine Stärke liegt im Ökosystem: Tausende von Themes, Erweiterungen und eine aktive französischsprachige Community. WordPress eignet sich, wenn Sie planen, Ihre Website mit regelmäßigem Inhalt, einem Blog oder einem Shop weiterzuentwickeln.
Der Nachteil: Man muss das Hosting, die Sicherheitsupdates und die Kompatibilität zwischen Erweiterungen verwalten. Ein Anfänger, der mit der Technik nichts zu tun haben möchte, könnte nach der anfänglichen Installation in Schwierigkeiten geraten.
Online-Editoren: schnell, aber begrenzt
Ein Editor wie Wix oder e-monsite ermöglicht es, in wenigen Stunden eine Schaufenster-Website dank Drag-and-Drop zu veröffentlichen. Hosting, Domainname und SSL-Zertifikat sind im Abonnement enthalten. Für ein Unternehmen, das fünf Seiten und ein Kontaktformular benötigt, ist das oft ausreichend.
Die Grenze zeigt sich, wenn man migrieren möchte. Den Online-Editor zu verlassen bedeutet oft, von vorne zu beginnen, da der generierte Code nicht auf ein anderes Hosting exportiert werden kann. Dieser Punkt sollte überdacht werden, bevor man ein Jahresabonnement unterschreibt.
Domainname und Webhosting: die technischen Grundlagen, die man nicht vernachlässigen sollte
Der Domainname ist die Adresse, die Ihre Besucher in ihren Browser eingeben. Das Hosting ist der Server, auf dem die Dateien Ihrer Website gespeichert sind. Diese beiden Elemente sind getrennt, auch wenn viele Angebote sie bündeln.
- Wählen Sie einen kurzen Domainnamen, wenn möglich ohne Bindestrich, und überprüfen Sie, ob er nicht bereits als Marke beim INPI eingetragen ist.
- Bevorzugen Sie ein Hosting, das ein inkludiertes SSL-Zertifikat (das Schloss in der Adressleiste), technischen Support auf Französisch und automatische Backups anbietet.
- Trennen Sie den Kauf der Domain und das Hosting bei zwei verschiedenen Anbietern: Wenn einer pleitegeht oder seine Preise erhöht, behalten Sie die Kontrolle über den anderen.
Ein professioneller Domainname stärkt die Glaubwürdigkeit bei Besuchern und Suchmaschinen. Eine Adresse mit .fr oder .com vermittelt mehr Vertrauen als eine kostenlose URL, die den Namen der Plattform enthält.

Inhalt und Design Ihrer Webseiten: was die Besucher hält
Die meisten Leitfäden listen Schritte zur Erstellung auf, ohne den entscheidenden Moment zu behandeln: die ersten fünf Sekunden nach dem Eintreffen eines Besuchers auf Ihrer Startseite. Wenn das Design verwirrend ist oder der Text nicht sofort eine Frage beantwortet, verlässt der Besucher die Seite.
Den Inhalt strukturieren, bevor man das Design wählt
Zuerst bereitet man den Text jeder Seite vor, dann wählt man ein Theme oder eine Vorlage, die zu diesem Inhalt passt. Nicht umgekehrt. Eine effektive Schaufenster-Website umfasst mindestens eine Startseite mit einem klaren Angebot, eine Seite mit Dienstleistungen oder Produkten, eine “Über uns”-Seite und eine Kontaktseite.
Jede Seite sollte einer einzigen Suchintention entsprechen. Die Startseite sagt, wer Sie sind und was Sie tun. Die Dienstleistungsseite beschreibt Ihre Angebote mit konkreten Beispielen. Diese Informationen auf einer einzigen Seite zu vermischen, führt zu Verwirrung.
Das Design im Dienste der Lesbarkeit
Ein schlichtes Theme mit einer lesbaren Typografie funktioniert besser als ein überladenes Design mit Animationen. Auf mobilen Geräten (wo sich der Großteil des Traffics mittlerweile konzentriert) verlangsamen lange Textblöcke und Bildkarussells das Laden.
- Begrenzen Sie die Schriftarten auf maximal zwei: eine für die Überschriften, eine für den Fließtext.
- Verwenden Sie komprimierte Bilder im WebP-Format, um die Ladezeiten zu reduzieren.
- Platzieren Sie einen sichtbaren Call-to-Action (Kontaktbutton, Angebotsanfrage) auf jeder Seite, ohne den Besucher dazu zu zwingen, bis nach unten zu scrollen.
Laut der Afnic-Studie “Réussir avec le web” 2025 ist der Anteil der TPE/PME mit einer Website von 70 % im Jahr 2024 auf 61 % im Jahr 2025 gesunken. Dieser Rückgang zeigt, dass es nicht ausreicht, eine Website zu erstellen, man muss sie auch pflegen und mit Inhalten versorgen. Unternehmen, die ihre Website aufgeben, tun dies oft, weil der Inhalt nicht für eine langfristige Nutzung über die ursprüngliche Veröffentlichung hinaus gedacht war.
Eine professionelle Website benötigt nicht zwanzig Seiten oder ein großes Budget. Fünf gut geschriebene Seiten, ein zuverlässiges Hosting, eine eigene Domain und eine Zugänglichkeitskonformität von Anfang an decken die Bedürfnisse der Mehrheit der Unternehmensgründer ab.